Wie wir Lebenschancen in Togo schaffen

Bau und Ausstattung von Gesundheits- und Bildungszentren
mit Aufklärung und Beratungen

2003-08 Bau von drei Jugendgesundheits- und Bildungszentren in zentralen Dörfern
2017/18 Bau einer großen Gesundheitsstation mit Beratungsstelle für Familienplanung in einem städtischen Zuwandererviertel

Dienste der Jugendgesundheits- und Bildungszentren, die auch für Erwachsene offen sind:

  • Vorträge und Gesprächskreise zur Aufklärung, Beratungen zur Verhütung und HIV-Prävention, Kondome
  • Ausbildung von Aufklärer/innen (Schüler/innen und Freiwillige in den Dörfern) und Lehrern für Sexualkunde-Unterricht
  • Fortbildungen und Impfkampagnen des staatlichen Gesundheitswesens
  • Raum für Unterricht von Schneiderlehrlingen, Alphabetisierungskurse, kulturelle Veranstaltungen
  • Bibliotheken mit Schul- und anderen Büchern.

Mädchen und Frauen, die sich für die Pille, Dreimonatsspritze oder Implantate mit mehrjähriger Verhütungswirkung interessieren, können diese ggf. in der neuen Gesundheitsstation erhalten, bei den Jugendgesundheitszentren zumindest die beiden ersteren Mittel in benachbarten Gesundheitsstationen.

Frauen mit ihren Töchtern bei der Einweihung des ersten von Lebens-
chancen
finanzierten Jugendgesundheits- und Bildungszentrums in einem Dorf im Westen Togos (Foto: G. Haupter)
Aus der neuen Gesundheitsstation: Beratung einer jungen Mutter über Familienplanung. Diese Beratungen werden allen Frauen, die hier ent-
bunden haben, angeboten. (Foto: SILD, Togo)

Ausbildung von Aufklärer/innen und ihre Aktivitäten in Schulen, Dörfern und Stadtvierteln

  • Ausbildung von Lehrern für Sexualkundeunterricht
  • Ausbildung von Schüler/innen für die Aufklärung und Beratung der Klassenkamerad/innen (Näheres zu deren Erfordernis hier)
  • Ausbildung von Laien zu Gesundheitsinformant/innen für die Aufklärung und Einzelberatungen in ihren Dörfern und zwei Stadtvierteln
  • Sexualkunde-Unterricht sowie Vorträge, Gesprächskreise und Einzelberatungen zur Aufklärung durch die ausgebildeten Schüler/innen und die Informant/innen, in den Dörfern und Stadtvierteln auch Großveranstaltungen durch den leitenden Pädagogen
  • Seminare für Eltern zur Überwindung der Schambarrieren gegenüber ihren Kindern und über Wege, diese selbst aufzuklären
    (Näheres zum Erfordernis dieser Seminare hier).

In den Vorträgen und Gesprächskreisen sowie im Sexualkundeunterricht werden auch andere Themen behandelt, die für die Entwicklung und das Verhalten von Jugendlichen wichtig sind, z. B. die Tendenz zum Risikoverhalten, das Recht auch von Mädchen auf einen längeren Schulbesuch, ihr Recht gegenüber Wünschen von Jungen und Männern nach Sexualkontakten  auch „nein“ zu sagen. Einen Einblick in die Inhalte bieten Materialien, die ab 2003 speziell für Jugendliche in den französischsprachigen Ländern Subsahara-Afrikas entwickelt wurden. Die Materialien erreichen Sie hier.

Einige Gesundheitsinformant/innen informieren auch über die Vermeid- und Behandelbarkeit von Malaria, Tuberkulose, Durchfall- und anderen in Togo verbreiteten Infektionskrankheiten, wozu sie seitens des staatlichen Gesundheitswesens ausgebildet werden. Alle wurden im Frühjahr 2020 auch über die Prävention von Ansteckungen mit dem Covid-19-Virus instruiert, haben auch dieses Wissen in ihren Wohnumfeld weitergegeben und tragen bei ihren Informationsmaßnahmen selbst Schutzmasken.

Ausbildung von Schüler/innen für die Aufklärung ihrer Klassenkamerad/-
innen in einem Jugendgesundheits- und Bildungszentrum
Eine junge „Gesundheitsinformantin“ begrüßt die Teilnehmer/innen an einer Aufklärungsveranstaltung in einem der Dörfer (Fotos: SILD, Togo)

Kleinkreditprogramme zur Verbesserung der Einkommen

Die Aufklärer/innen machen diese Arbeit grundsätzlich ehrenamtlich. Sie erhalten zur Honorierung aber Schulungen und kleine Kredite zur Verbesserung ihrer Einkommen.

Voraussetzungen sind:
– mindestens acht Monate ehrenamtliche Aktivitäten der Aufklärung
– die Teilnahme an einer Schulung zur Kostenrechnung und den Grundsätzen von Kreditfonds
– die Abklärung von Vorschlägen, die in der individuellen Situation als realisierbar und profitabel erscheinen.

Die Kredite betragen durchschnittlich 150 €, variieren aber je nach Erwerbstätigkeit bzw. Zweck zwischen 70 und 250 €. Manchmal werden auch nur die Produkte für die Verbesserung oder Schaffung von Einkommen zur Verfügung gestellt.

Näheres zu diesen Programmen und ihrer Bedeutung für die Menschen in den Projektorten hier.

Besuch eines Aufklärers, der hauptberuflich Ziegen züchtet und sich von einem Kredit das Baumaterial für diesen Stall kaufen konnte. Er sagte: Vom Verkauf der Ziegen kann sich die Familie gut ernähren, die Schulkosten für drei Kinder bezahlen und bei Bedarf auch Medikamente.
Diese Aufklärerin hat sich vom Kredit eines Projekts von Lebenschancen diesen Verkaufsstand für Lebensmittel eingerichtet. Sie bietet u.a. selbstgemachten Maniokbrei an, der andere Frauen von einer aufwändigen Herstellung entlastet. (Fotos: SILD, Togo)

Näheres zu den bisherigen Ergebnissen und Kosten der Maßnahmen hier.

In Togo wünschen sich noch viele Jugendliche und Erwachsene solche Informationsmaßnahmen und Zugang zu Verhütungsmitteln.
Mit Ihrer Spende können Sie helfen, frühe und ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, die Geburtenzahlen zu senken und zugleich zumindest den Aufklärer/innen und ihren Familien zu besseren Einkommen zu verhelfen.

Wenn Sie beim Verwendungszweck „Togo“ angeben, geht die Spende in Maßnahmen zur Aufklärung. Wenn Sie die Vergabe kleiner Kredite und zugehörige Schulungen unterstützen wollen, schreiben Sie bitte „Kredite“.

Zum Spendenkonto und der Möglichkeit von Online-Überweisungen kommen Sie hier.