Maßnahmen in Peru 2019-03-07T19:40:13+02:00

Wie wir Lebenschancen in Peru schaffen

Aufklärung zur Vermeidung früher und ungewollter Schwangerschaften
und Prävention von HIV/Aids

Nach zwei kleinen Projekten zur Aufklärung von Jugendlichen in Dörfern in den nordwestlichen Anden fördern wir seit 2010 Projekte für die Aufklärung von Jugendlichen und Erwachsenen in der Großstadt Trujillo (800.000 Einwohner) und einer benachbarten ländlichen Region.

 In Trujillo lag der Schwerpunkt bisher in den Armenvierteln. Ansatz sind die ehrenamtlichen Laien-Gesundheitsberaterinnen, die für Hilfen bei alltäglichen Gesundheitsproblemen vom peruanischen Staat ausgebildet werden, aber nicht für Beratungen zur Familienplanung und nicht für die Beratung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind (s. unten). Die Gesundheitsberaterinnen betreuen jeweils ca. 2.000 Familien in ihrem Wohnviertel, haben Sprechstunden oder gehen auf Anfrage in die Familien mit Gesundheitsproblemen. Bei größeren Problemen verweisen sie die Betroffenen an die Gesundheitsstationen.

Die Maßnahmen:

  • Ausbildung der Gesundheitsberaterinnen für Informationen über riskante und ungewollte Schwangerschaften und Möglichkeiten der Verhütung
  • Ausbildung eines Teiles davon zur Schulung von Jugendlichen für die Aufklärung von Gleichaltrigen in ihrem Viertel
  • Entwicklung und mehrfache Ausstrahlung einer Serie von 12 Sendungen zu den Themen mit Verweis auf die gegebenen Beratungsdienste im lokalen Rundfunk (Titel: Trau Dich zu fragen)
  • Erstellung und Verteilung von 12.000 Faltblättern und Aushang von 2.000 Postern zum „Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit“ (will heißen: Recht auf Verhütung)
  • Aufklärungsvorträge an zwei Schulen der Armenviertel durch die leitende Psychologin.
Aufklärungsvortrag der leitenden Psychologin des Projekts für Mädchen einer 6. und 7. Klasse. Alle hören gespannt zu.
(Fotos: NRO Micaela Bastidas, Peru)
Radio-Interview mit der Projektleiterin vor der Ausstrahlung von 12 Rundfunksendungen zum Recht auf “reproduktive Gesundheit” bzw. Empfängnisverhütung

In der ländlichen Region wurden ebenfalls die Gesundheitsberaterinnen entsprechend ausgebildet. Außerdem gab es intensive Maßnahmen für die 7.-10. Klassen von zwei Schulen

  • mit Ausbildung von Schüler/innen für die Aufklärung der Gleichaltrigen
  • Einbeziehung von Eltern, Lehrer/innen und Schulleitungen mit dem Ergebnis
  • der Einrichtung eines alljährlichen, schulöffentlichen „Tages der reproduktiven Gesundheit“.

Ab 2019 werden entsprechend intensive Maßnahmen in Schulen von Trujillo durchgeführt. Angefangen wird in vier Berufsschulen, die hier Vollzeitschulen sind.

Wenn Sie für weitere Maßnahmen der Aufklärung in Peru spenden wollen, schreiben Sie beim Verwendungszweck bitte „Peru Aufklärung“.

Zum Spendenkonto und der Möglichkeit zum Online-Spenden kommen Sie hier.

Einrichtung und Vernetzung von Beratungsdiensten und Hilfen
für von Missbrauch und Gewalt Betroffene

Die Gesundheitsberaterinnen hatten festgestellt, dass viele von häuslicher Gewalt betroffene Frauen nicht wissen, dass sie die Täter anzeigen können und sollten. Viele befürchten eine  Rache oder den Verlust des Unterhalts des Mannes oder dass dessen Aussagen vor Gericht höher bewertet werden als ihre eigenen. Entsprechendes gilt für die Fälle des verbreiteten Missbrauchs von Mädchen. Die Beraterinnen haben dann Lebenschancen International gefragt, ob wir nicht Maßnahmen finanzieren könnten, mit denen Anzeigen der Täter und Hilfen für die Betroffenen ermöglicht oder erleichtert werden können.

2012 wurde ein entsprechendes Projekt zur Sensibilisierung von Mitarbeiter/innen einschlägiger Institutionen und Frauengruppen, Schaffung eines Netzes von Beratungsdiensten und Realisierung der Gesetzeslage durch Polizei und Justiz für ganz Trujillo durchgeführt.

Maßnahmen waren:

  • Entwicklung eines Handbuches zum Thema “Stärkung der Kompetenzen für die Beendigung der Gewalt an Frauen” unter Berücksichtigung des „Machismo“ (Männervorrechte und Männerherrschaft) mit Abdruck von Dokumenten zur Rechtslage
  • Durchführung von fünf Seminaren für verschiedene, dazu wichtige Personenkreise, zum Teil unter Leitung einer renommierten Juristin für Frauenrechte in Peru
  • 115 Teilnehmer/innen: Leitende Mitarbeiter/innen von Justiz und Polizei, des Gesundheits- und Schulwesens, Jura-Student/innen, Vertreterinnen des regionalen Frauenrates, von Frauenverbänden und Elternvereinigungen
  • Abgabe des Handbuches an diese und andere Schlüsselpersonen
  • Aufbau eines Netzwerkes einschlägiger Stellen von Gesundheitsdiensten, Rechtsberatungen, Polizei und Justiz mit Erfassung aller Fälle und der jeweils eingeleiteten Maßnahmen.
Seminar für Polizist/innen und Jura-Student/innen über die verbreitete Gewalt an Frauen und die Notwendigkeit, die Betroffenen zu Anzeigen der Täter zu ermutigen und zu beraten.
(Fotos: NRO Micaela Bastidas)
Titelseite des Faltblattes und Posters mit Hinweis auf die Rundfunksendungen. Text in Deutsch:
Für das Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

Informationen über die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen

Nach der Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen einschlägiger Institutionen und der Schaffung eines Netzwerkes von Beratungsstellen wurden die verbreiteten Probleme von Missbrauch und Gewalt an Frauen mit den folgenden Maßnahmen publik gemacht und  dabei auf die Hilfsmöglichkeiten verwiesen :

  • Entwicklung und Ausstrahlung von 12 Rundfunksendungen zu den Problemen, den Beratungsdiensten und der Notwendigkeit, die Täter anzuzeigen
  • Erstellung und Verteilung von 3.000 Faltblättern und 1.500 Postern dazu
  • Ausbildung von 35 Gesundheitsberaterinnen aus ganz Trujillo und von zehn Jugendlichen aus den Armenvierteln zum Umgang mit Betroffenen sowie zu deren Ermutigung, Beratungsdienste aufzusuchen und die Täter anzuzeigen.

Nachdem Dozentinnen der drei Universitäten von Trujillo von den Problemen und Maßnahmen zur Bekämpfung von Missbrauch und der Gewalt an Frauen gehört hatten, wandten sie sich mit einem analogen Problem an Lebenschancen International. Es ging um die an den Universitäten verbreitete sexuelle Belästigung oder sogar Nötigung von Studentinnen durch männliche Dozenten. Diese können mit der Androhung schlechter Benotungen leicht Druck machen, wenn die Studentinnen nicht ihre sexuellen Wünsche erfüllen wollen.

Maßnahmen waren:
– Ausbildung von zweimal 20 Studentinnen sowie Mitarbeiterinnen der Universitäten zu Ansprechpartnerinnen für Betroffene
Bekanntgabe der Probleme und Beratungsmöglichkeiten in den Universitäten und durch die Medien.

Gruppenarbeit ehrenamtlicher Gesundheitsberaterinnen bei der Ausbildung zur Unterstützung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.
(Fotos: NRO Micaela Bastidas, Peru)
Schulung von Studentinnen und Mitarbeiterinnen für die Beratung von Opfern sexueller Belästigung und Nötigung an der staatlichen Universität von Trujillo

Wenn Sie Wiederholungen der Rundfunksendungen gegen Gewalt an Frauen unterstützen wollen oder eine Ausbildung weiterer Gesundheitsberaterinnen zu Hilfen bei Missbrauch von Mädchen oder Gewalt an Frauen, schreiben Sie beim Verwendungszweck bitte „Peru: gegen Gewalt“.

Zum Spendenkonto und der Möglichkeit zum Online-Spenden kommen Sie hier.