Nepal: Maßnahmen 2019-01-06T16:30:27+00:00

Unsere Aktivitäten in Nepal seit 2000

Hier haben wir im Jahr 2000 in einem Dorf ca. 12 km von der Hauptstadt entfernt eine „Frauengesundheitsstation“ gebaut, nachdem Nepal nach Schätzungen eine der höchsten Müttersterblichkeiten der Welt hatte. In der Station ist wöchentlich einen Tag lang eine Gynäkologin oder Allgemeinärztin tätig und ansonsten eine Krankenschwester oder ein Gemeindegesundheitsberater. Auch die beiden letzteren haben die Befugnis zur Behandlung von Allgemeinerkrankungen und Beratungen zur Familienplanung, die Schwester außerdem zur Schwangerenbetreuung. In der Station werden auch Basismedikamente und Verhütungsmittel abgegeben (Pille, Dreimonatsspritze, Kondome).

Erhebliche Teile der Dienste entfallen auf gynäkologische Probleme, Schwangerenbetreuung und Beratungen zur Familienplanung, der Rest auf Allgemeinerkrankungen. Etwa 75 bis 80 % der Nutzer/innen sind Frauen, der Rest jeweils etwa zur Hälfte Männer und Kinder.

In den ersten Jahren wurde von der Station aus auch am Projektort, in den umliegenden Dörfern und in Slums der Hauptstadt über Risikoschwangerschaften und Möglichkeiten der Familienplanung informiert. Bei entsprechenden Hausbesuchen wurde zugleich gegen Tetanus geimpft.

Tag der offenen Tür zur Einweihung der Frauengesundheitsstation in Nepal 2001. 500 Menschen waren gekommen.
(Fotos: Panna Tuladhar, PIN Nepal)
Die Menschen in den Slums haben meistens viele Kinder und leben unter unglaublichen Verhältnissen. Seitens des Projekts von Lebenschancen wurden sie über Infektionskrankheiten und Verhütung informiert.

Außerdem wurden 2008 am Projekt-Ort einige Kurse zur Alphabetisierung von Frauen durchgeführt, was anschließend die Bezirksregierung übernommen hat.
In den Jahren 2010-11 wurde zudem ein Frauenförderprogramm mit verschiedenen Elementen für elf Dörfer finanziert. Es gab:

  • Vorträge und Gesprächskreise über gesunde Ernährung, zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, Symptom-Erkennung und sachgerechte Krankenpflege in der Familie. Die meisten wussten vorher nichts über die Möglichkeit und Wichtigkeit von Fiebermessungen.
  • Vorträge und Gesprächskreise über die Gültigkeit der Menschenrechte auch für Frauen, die Illegalität von Gewalt an diesen und Beratungsdienste für Betroffene.
  • Kurse über das Haltbarmachen vom Obst und Gemüse der Felder (Trocknen, Rösten, Einmachen), um diese ganzjährig verfügbar zu haben und sie evtl. auch zu verkaufen

Viele Veranstaltungen waren nach einer Eingangsphase auch für Männer offen. Je nach Thema waren 4-20 % der Teilnehmer/innen Männer. Ihr Interesse war am größten bei Veranstaltungen zur Ernährung und einigen anderen Gesundheitsthemen. Die Informationen über Frauen-
rechte richteten sich nicht direkt an sie, und das Haltbarmachen von Obst und Gemüse fällt grundsätzlich in den Aufgabenbereich der Frauen.

Frauen erfahren bei einem Vortrag an einem  Sonnentag im Freien erstmals, dass auch sie Rechte haben und Gewalt gegen sie gesetzlich nicht zulässig ist. (Fotos: Dr. Ilse-Dore Schütt)
Frauen zeigen der deutschen Betreuerin des Projekts, wie man die Schalen von Früchten des vitaminreichen Lapsi-Baumes entfernt. Das Fruchtfleisch wird mit Zucker oder Gewürzen versehen und dann in der Sonne getrocknet.

Wenn Sie für die Dienste der Frauengesundheitsstation spenden wollen, geben Sie bei Ihrer Überweisung bitte „Nepal“ an.

Zum Spendenkonto und der Möglichkeit des Online-Spendens kommen Sie hier.