Burkina Faso: Ergebnisse – Kosten – Spenden zur Verhinderung der Mädchenbeschneidung 2021-09-01T16:29:55+02:00

Ergebnisse, Kosten und Spendenmöglichkeiten
zur Verhinderung der Genitalverstümmelung von Mädchen

Die Ergebnisse

Bis 2016 konnten durch unsere Maßnahmen – nach allem Wissen – 35 Dörfer von der Plage befreit werden. Es wird geschätzt, dass – unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Beginns der Maßnahmen in den einzelnen Dörfern – damit etwa 2.800 Mädchen vor dem Eingriff bewahrt wurden.  Mit jedem Jahr kommen in den 35 „befreiten“ Dörfern bei den derzeitigen Geburtenzahlen weitere 560 Mädchen dazu. Unter Berücksichtigung von pro Jahr ca. 1,5 % mehr aus dem Bevölkerungswachstum sind das in zehn Jahren ca. 7.000 weitere vor dem Eingriff bewahrte Mädchen.

Durch die Maßnahmen in 15 weiteren Dörfern der Jahre 2017-19 könnten etwa 700 Mädchen vor dem Eingriff bewahrt worden sein und pro Jahr ca. 250 hinzukommen. Nachdem es dort kein öffentliches Abschwören durch die Dorfautoritäten gegeben hat, ist das aber nicht sicher.

Die beiden Leiterinnen des Projekts gegen die Beschneidung (links) mit einer ehemaligen Mitarbeiterin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED)
und zwei Praktikantinnen des Deutschen Frauenrings (DFR) bei einem Besuch der Projektdörfer.  (Foto: J. Pross, H. Theis)

Die beiden Praktikantinnen schrieben: “Die Ergebnisse der Projektarbeit waren beeindruckend. In allen Dörfern war eine lockere Kommunikation über die Konsequenzen der Beschneidung auch in Anwesenheit von Männern möglich. Auf die Frage, was ihnen über die Folgen der Beschneidung bekannt sei, antworteten die Frauen schnell und umfassend. Auch die anwesenden Männer unterstrichen die Aussagen der Frauen.”

Und eine weitere Praktikantin schrieb: “Die Art und Weise, in welcher informiert oder sensibilisiert wird, ist unglaublich, und auch die Fortschritte nach jeder Sensibilisierungsphase sind sehr gut zu sehen.”

Was wieviel kostet

Ein viermonatiger Durchgang intensiver Informationsmaßnahmen zur Unterlassung der Beschneidung kostet für ein Dorf der durchschnittlichen Größe von ca. 940 Einwohnern 600 €. Dieser umfasst zunächst eingehende Gespräche mit den traditionellen Dorfchefs und anderen, z.B. religiösen Autoritäten sowie den bisherigen Beschneiderinnen. Wenn die Autoritäten einverstanden sind, gibt es Gesprächskreise mit Bildtafeln und Hausbesuche für die Frauen, die bezüglich des Eingriffs bei den Töchtern und Enkelinnen entscheiden. Gelegentlich gibt es auch Forum-Theater-Aufführungen für alle sowie Schulungen von örtlichen Ansprechpersonen. Die Frauen unter letzteren sollen in ihrem Wohnviertel Ohren und Augen offen halten, ob der Eingriff nicht noch heimlich durchgeführt wird.

Manchmal ist mit einem Durchgang eine Überzeugung der Menschen, den Eingriff nicht mehr durchführen zu lassen, möglich. Häufig bedarf es jedoch mindestens einer Wiederholung der Maßnahmen, um dies zu erreichen. Manchmal gibt es auch Widerstände seitens der traditionellen Dorfautoritäten. Dann sind intensive Gespräche nötig, um diese davon zu überzeugen, dass der Eingriff den Mädchen großen Schaden zufügt, aber nicht Totgeburten verhindert, wie viele meinen, und dass er nicht nötig ist, um später die Treue der Frauen zu gewährleisten.

Spenden zur Verhinderung der Genitalverstümmelung von Mädchen

Bitte helfen Sie, damit wir immer mehr Dörfer von der grausamen Tradition befreien können. Als Verwendungszweck Ihrer Spende bitte “BF: gegen Beschneidung” angeben.

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