in Burkina Faso 2018-04-01T22:46:23+00:00

Die Probleme in Burkina Faso

In Burkina Faso leben 18 Millionen Menschen. 49 % sind unter 15 Jahre alt. Das Land gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Ca. 20 % der Menschen und dabei auch der Kinder sind unterernährt.

Für die jüngere Generation wird mit durchschnittlich 5,7 Lebendgeburten pro Frau bis zum 49. Lebensjahr gerechnet, dabei auf dem Land noch mit 7 und mehr, in den Städten mit 4 bis 5. Über die Hälfte wird von den Eltern vor dem 18. Geburtstag verheiratet. Etwa 66 % der Mädchen haben bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind. Die Bevölkerung wächst pro Jahr zur Zeit um 3,2 %. Burkina Faso gehört damit weltweit zu den acht Ländern mit dem höchsten Bevölkerungswachstum. Wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald stärker abnimmt, wird sich die Einwohnerzahl in nur 22 Jahren verdoppeln.

Die Situation von Burkina Faso ist auch dadurch schwierig, dass ein großer Teil des Landes – ohne künstliche Bewässerung – nicht landwirtschaftlich nutzbar ist, das Land aber auch nicht über nennenswerte Bodenschätze verfügt, die einen Ausgleich bieten könnten.

Foto aus der Region des Projekts zur Überwindung der Mädchenbeschneidung.
Drei Monate vor der nächsten Regenzeit wächst auf dem Boden schon nichts mehr,
und viele Bäume haben kaum noch Blätter. (Foto: D. Grünholz)

Die Müttersterblichkeit konnte in den vergangenen 25 Jahren zwar halbiert werden,  ist aber immer noch sehr hoch: Auf 1.000 Lebendgeburten kommt der Tod von 3,7 Frauen. Von den Todesfällen von Frauen im Alter von 15-49 Jahren sind 16 % die Folge von Komplikationen bei Geburten. (Datenquellen: UN – Population Division, UNFPA, UNICEF, Worldbank)

Burkina Faso gehört zudem zu den Ländern, in denen früher die meisten Mädchen an ihren äußeren Geschlechtsorganen beschnitten wurden. Der Eingriff  ist hier seit 1996 verboten. Er wird aber noch öfter durchgeführt mit der Begründung, dass “die Tradition dies verlange” oder “unsere Mädchen keusch bleiben sollen”. Dabei werden die Klitoris und die kleinen Schamlippen mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben entfernt und das ohne Narkose und hygienische Vorkehrungen. Die meisten Mädchen erleiden davon Traumatisierungen, viele haben danach permanent Schmerzen, Verwachsungen oder bis zu faustgroße Narbenwucherungen. Einige sterben durch Verbluten oder infolge von Infektionen.

Näheres zu den Projekten von Lebenschancen International zur Lösung der Probleme in Burkina Faso finden Sie hier.