Unsere Projekte in Peru

2008-2009: Für Aufklärung, gegen Missbrauch und Vergewaltigungen in Dörfern der Anden
2010-2013: Für Aufklärung, gegen Missbrauch und Gewalt an Frauen in der Großstadt Trujillo
2012: Sonderprojekt zur Vermeidung von Gewalt an Frauen und Betreuung der Opfer
Ab 2014: Ausbildung von Gesundheitsberaterinnen für Aufklärung, gegen Missbrauch und Gewalt an Frauen in Trujillo

2008-2009: Für Aufklärung, gegen Missbrauch sowie Vergewaltigungen in Dörfern der Anden 

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Links Blick auf Huamachuco, den ersten Projektort in den Anden, und rechts auf La Cuesta, das zentrale Dorf
des zweiten Projekts in einem Talkessel. Dieses war bei starken Regenfällen während des Projekts öfter von der Außenwelt abgeschnitten. (Fotos: NRO Manuela Ramos und Micaela Bastidas)

2008 förderte Lebenschancen International in Huamachuco, einer Kleinstadt in den nordwestlichen Anden von Peru sowie in einem benachbarten Dorf Maßnahmen für einen Einstieg in die Probleme bei Kindern und Jugendlichen.

Es handelte sich um Selbsterfahrungsgruppen mit Befragungen von 12-14-jährigen Schülern und Schülerinnen über ihr Wissen und etwaige Probleme oder Ängste im Sexualbereich.

12-14-jährige Schülerinnen haben im Rahmen einer Selbsterfahrungsgruppe auf einen Zettel geschrieben, was ihre etwaigen Probleme oder Ängste im Sexual- bereich sind. (Foto: NRO Manuela Ramos)

12-14-jährige Schülerinnen haben im Rahmen einer Selbsterfahrungsgruppe auf einen Zettel geschrieben, was ihre etwaigen Probleme oder Ängste im Sexual- bereich sind. (Foto: NRO Manuela Ramos)

Als größte Probleme wurden – noch vor frühen, ungewollten Schwangerschaften – die Möglichkeiten von Missbrauch und Vergewaltigungen genannt, welche wiederum auch eine Ursache vieler früher Schwan- gerschaften sind. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse konnten Maßnahmen zur Vermeidung der genannten Probleme bei Kindern und Jugendlichen in den Schulen abgeleitet werden.

2009 finanzierte Lebenschancen International die Entwicklung von Schulungsmaterialien sowie Schulun-  gen zu den Problemen, ihrer Vermeidbarkeit und der Notwendigkeit von Anzeigen von Übergriffen in drei kleinen Bergdörfern mit einigen Streusiedlungen in den nordwestlichen Anden von Peru.

Es wurden 70 Schüler/innen für die Aufklärung von Gleichaltrigen ausgebildet sowie Erwachsene aus verschiedenen Gruppen und Institutionen für die Weitergabe des entsprechenden Wissens und Beratun- gen in ihrem Umfeld. Die mehrtägigen Seminare schlossen auch die Geschlechterbeziehungen bzw. die Probleme des «Machismo» ein.

Neben diesen Maßnahmen wurden 12 Rundfunksendungen zu den Problemen und zur Illegalität von Missbrauch und Vergewaltigung unter dem Obertitel «Trau Dich zu fragen» konzipiert und in der Region mit ca. 10.000 Hörer/innen ausgestrahlt. mehr>

Peru 2009 La Cuesta - Seminar Kinderrechte Arbeitsgruppe in Schule

Eine Gruppe von Schüler/innen bei der Erarbeitung von Kenntnissen der Kinderrechte, auch auf körperliche Unversehrtheit und die Unzulässigkeit von Missbrauch.

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Peru 2009 La Cuesta - Aufnahme Radioprogramme

Ein Text über die Probleme früher Schwan­gerschaften und ihre Vermeidbarkeit geht in dem lokalen «Studio» auf Sendung. (Fotos: NRO Micaela Bastidas)

2010-2013: Für Aufklärung, gegen Missbrauch und Gewalt an Frauen in der Großstadt Trujillo  

2010/11 sowie 2012/2013 hat Lebenschancen International entsprechende Informationsmaßnahmen in zwei Armenvierteln von Trujillo finanziert, in denen jeweils etwa 4.300 Familien lebten.

Dazu wurden je 15 jugendliche Freiwillige für die Aufklärung von Gleichaltrigen geschult und in die Gesundheitsdienste einbezogen. Außerdem wurden in jedem Viertel 20 ehrenamtliche, allgemeine Gesundheitsberaterinnen zur Information und Beratung über die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen sowie Möglichkeiten der Empfängnisverhütung fortgebildet.

Ergänzend wurden von der leitenden Psychologin des Projekts Aufklärungsstunden in Schulen gehalten. Alle Aktiven wurden mit viel Unwissen über die menschliche Fortpflanzung und Methoden der Empfäng-  nisverhütung konfrontiert und die Psychologin bei den männlichen Jugendlichen auch mit viel „Machismo“.

Um möglichst alle Jugendlichen und Erwachsenen in den beiden Vierteln zu erreichen,  wurden zudem jeweils 12 Rundfunksendungen zu den Problemen und der Vermeidbarkeit von frühen und sonstigen ungewollten Schwangerschaften entwickelt und im lokalen Sender ausgestrahlt, 3.000 Faltblätter dazu verteilt und mit 1.000 Postern auf das „Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit“ und die Beratungsmöglichkeiten verwiesen.

Mit den Rundfunksendungen dürften auch viele Menschen in benachbarten Wohnvierteln erreicht worden sein. Einmal hat ein lokaler Rundfunk in einem anderen Viertel die Sendungen auch kostenlos übernom-  men, weil die Direktion die Themen für so wichtig hielt.

Peru 2010 Victor Larco Armenviertel - Aufklärung einer über 40-Jährigen

Eine Gesundheitsberaterin erklärt einer über 40-Jährigen, die keine Kinder mehr möchte, die Entstehung von Schwanger­schaften und Möglichkeiten der Verhütung.

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Aufklärung

Aufklärungsveranstaltung der leitenden Psychologin des Projekts für Mädchen einer 6. und 7. Klasse. Alle hören gespannt zu. (Fotos: NRO Micaela Bastidas)

2012: Sonderprojekt zur Vermeidung von Gewalt an Frauen und Betreuung der Opfer 

Schon beim ersten Projekt in einem Armenviertel von Trujillo stießen die Gesundheitsberaterinnen häufig auf Fälle sexueller sowie anderer physischer und psychischer Gewalt an Mädchen und Frauen. Dass diese in Peru besonders verbreitet sind, hat sich auch bei vergleichenden Studien aus mehreren Ent-  wicklungsländern gezeigt.

Viele Frauen wissen aber nicht, dass oder wie sie die Täter vor Gericht bringen können. Viele befürchten auch eine Rache des Mannes oder dass dessen Aussagen vor Gericht – wie so oft – höher bewertet werden als ihre eigenen. Um dies zu ändern, haben wir 2012 zusammen mit der Partnerorganisation in Peru mehrere Maßnahmen für den gesamten Bezirk Trujillo umgesetzt, durch die eine Betreuung der Opfer, eine strafrechtliche Verfolgung der Täter und eine Prävention von Gewalt an Frauen erreicht werden soll.

Zur Realisierung der Ziele wurden Vertreter/innen aller Einrichtungen aus dem Bezirk Trujillo, die diesbezügliche Aufgaben wahrnehmen sollen, entsprechend geschult. Dies ging von Vertreterinnen von größeren Frauengruppen und sozialen Diensten bis zu Polizist/innen.

Auch wurde ein Handbuch zum Thema “Stärkung der Kompetenzen für die Beendigung der Gewalt an Frauen” entwickelt und den Teilnehmer/innen an den Schulungen sowie anderen Schlüsselpersonen übergeben. Schließlich wurden die Unzulässigkeit von Gewalt an Frauen und die Beratungsmöglichkeiten mittels 3.000 Faltblättern, 1.500 Postern sowie 12 Rundfunksendungen bekannt gemacht.

Polizei

Seminar für Polizist/innen und Jura-Student/innen über die verbreitete Gewalt an Frauen und die Notwendigkeit, die Betroffenen zu Anzeigen der Täter zu ermutigen und zu beraten. (Fotos: NRO Micaela Bastidas )

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Plakat

Titelseite des Faltblattes und Posters.
Text in Deutsch: Für das Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

Ab 2014: Ausbildung von Gesundheitsberaterinnen für Aufklärung, gegen Missbrauch und Gewalt an Mädchen und Frauen in Trujillo

Ab 2014 schulen wir weitere ehrenamtliche Gesundheitsberaterinnen, die im Rahmen staatlicher Programme über allgemeine Gesundheitsprobleme und ihre Behandlung ausgebildet wurden, für Infor- mationen und Beratungen über Risikoschwangerschaften, Möglichkeiten der Empfängnisverhütung, die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen sowie die nun gegebenen Hilfen für Betroffene.

Peru 2014 Arbeitsgrup neu Ges-berat DSC04660

Arbeitsgruppe ehrenamtlicher Gesundheitsberaterinnen im Rahmen der Ausbildung für Informationen und Beratun- gen über Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung sowie die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen.
(Foto: NRO Micaela Bastidas)

Jede  Gesundheitsberaterin betreut etwa 450 Familien durch Sprechstunden und Hausbesuche und kennt die Familien gut. 2014 wurden 50 Gesundheitsberaterinnen für die entsprechende Aufklärung ausge- bildet und erhielten Anschauungsmaterial sowie CDs mit den Texten von Rundfunksendungen für ihre Informationsmaßnahmen. Sie informieren und beraten auch Jugendliche über die Probleme früher Schwangerschaften und ihre Vermeidbarkeit, die dieses Wissen dann an ihre Freundinnen und Freunde weitergeben sollen.

Mit diesen Maßnahmen könnten allein 2014 mindestens 5.000 Personen erreicht und viele ungewollte und oft uneheliche Schwangerschaften vermieden werden. In den Folgejahren sollen immer mehr der insgesamt 370 allgemeinen Gesundheitsberaterinnen – vor allem in den Armenvierteln von Trujillo – entsprechend geschult und über diese mindestens 30.000 Menschen über die Probleme und ihre Vermeidbarkeit informiert und beraten werden.

Näheres zu den Kosten und Spendenmöglichkeiten für diese Schulungen finden Sie hier.