Wie wir Lebenschancen in Peru schaffen

Aufklärung über Risikoschwangerschaften und Empfängnisverhütung

Institutionalisierung von Beratungen und Hilfe für von Missbrauch und Gewalt Betroffene

Informationen über die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen

 Informationen zu den Problemen in Peru und zur  Notwendigkeit der Maßnahmen finden Sie hier.

 

Aufklärung über Risikoschwangerschaften und Empfängnisverhütung

2008/09 Informationsmaßnahmen in fünf entlegenen Dörfern der Anden

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Links Blick auf Huamachuco, den ersten Projektort in den Anden, und rechts auf La Cuesta, das zentrale Dorf
des zweiten Projekts in einem Talkessel. Dieses war bei starken Regenfällen während des Projekts öfter von der Außenwelt abgeschnitten. (Fotos: NRO Manuela Ramos und Micaela Bastidas)

  • Jugendaufklärung nach Ausbildung von Jugendlichen dazu
  • Konzipierung und Ausstrahlung von 12 Rundfunksendungen über Risikoschwangerschaften und Möglichkeiten der Empfängnisverhütung.

Seit 2010 Maßnahmen in der Großstadt Trujillo (700.000 Einwohner) mit Schwerpunkt in zwei Armenvierteln

Peru 2010 Victor Larco Armenviertel - Aufklärung einer über 40-Jährigen

Eine Gesundheitsberaterin erklärt einer über 40-Jährigen, die keine Kinder mehr möchte, die Entstehung von Schwanger­schaften und Möglichkeiten der Verhütung.

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Aufklärung

Aufklärungsveranstaltung der leitenden Psychologin des Projekts für Mädchen einer 6. und 7. Klasse. Alle hören gespannt zu. (Fotos: NRO Micaela Bastidas)

  • Ausbildung von 30 Jugendlichen für die Aufklärung von Gleichaltrigen und Einrichtung eines „Jugendgesundheitsraumes“ in einem Gesundheitszentrum
  • Ausbildung von 75 ehrenamtlichen Gesundheitsberaterinnen des peruanischen Gesundheitswesens für Informationen über Risikoschwangerschaften und Möglichkeiten der Empfängnisverhütung; deren Ausstattung mit Anschauungsmaterial und CDs zu den Themen
  • Aufklärungen durch diese im Rahmen ihrer Sprechstunden und Hausbesuche
  • Ausbildung von 48 dieser Gesundheitsberaterinnen auch für die Schulung von Jugendlichen zur Aufklärung von Gleichaltrigen
  • Konzipierung und Ausstrahlung von je 12 Sendungen zu den Themen mit Verweis auf die gegebenen Beratungsdienste im lokalen Rundfunk
  • Konzipierung und Verteilung von 6.000 Faltblättern und Aushang von 2.000 Postern zum „Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit“
  • Aufklärungsvorträge an zwei Schulen der Armenviertel.

 

Institutionalisierung von Beratungen und Hilfen für von Missbrauch und Gewalt Betroffene

Polizei

Seminar für Polizist/innen und Jura-Student/innen über die verbreitete Gewalt an Frauen und die Notwendigkeit, die Betroffenen zu Anzeigen der Täter zu ermutigen und zu beraten. (Fotos: NRO Micaela Bastidas )

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Plakat

Titelseite des Faltblattes und Posters.
Text in Deutsch: Für das Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

Die Gesundheitsberaterinnen hatten festgestellt, dass viele von Missbrauch und häuslicher Gewalt Betroffene nicht wissen, dass sie die Täter anzeigen können und sollten. Viele befürchten auch eine        Rache oder den Verlust des Unterhalts des Mannes oder dass dessen Aussagen vor Gericht höher bewertet werden als ihre eigenen. Um dies zu ändern, wurde 2012 ein Projekt zur Sensibilisierung            von Mitarbeiter/innen einschlägiger Institutionen und Frauengruppen, Schaffung eines Netzes von Beratungsdiensten und Realisierung der Gesetzeslage durch Polizei und Justiz für ganz Trujillo durch- geführt. Das Interesse aller Institutionen war groß.

  • Entwicklung eines Handbuches zum Thema “Stärkung der Kompetenzen für die Beendigung der Gewalt an Frauen” unter Berücksichtigung des „Machismo“ (Männervorrechte und Männerherrschaft) im Lande und mit Abdruck von Dokumenten zur Rechtslage
  • Abgabe an die  Teilnehmer/innen an den Schulungen sowie andere Schlüsselpersonen
  • Durchführung von fünf Seminaren für verschiedene, dazu wichtige Personenkreise, zum Teil unter Leitung einer renommierten Juristin für Frauenrechte in Peru
  • 115 Teilnehmer/innen: Leitende Mitarbeiter/innen von Justiz und Polizei, des Gesundheits- und Schulwesens, Jura-Student/innen, Vertreterinnen des regionalen Frauenrates, von Frauenverbänden, des örtlichen Frauennothilfezentrums und von Elternvereinigungen
  • Aufbau eines Netzwerkes einschlägiger Stellen von Gesundheitsdiensten, Rechtsberatungen, Polizei und Justiz mit Erfassung aller Fälle und der eingeleiteten Maßnahmen.

Informationen über die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen

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Arbeitsgruppe ehrenamtlicher Gesundheitsberaterinnen im Rahmen der Ausbildung für Informationen und Beratun- gen über Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung sowie die Illegalität von Missbrauch und Gewalt an Frauen.
(Foto: NRO Micaela Bastidas)

  • Ausbildung von 10 Jugendlichen der Armenviertel und
  • 35 Gesundheitsberaterinnen aus ganz Trujillo zum Umgang mit Betroffenen sowie zu deren Ermutigung, Beratungsdienste aufzusuchen und die Täter möglichst anzuzeigen
  • Konzipierung und Ausstrahlung von 12 Rundfunksendungen zu den Problemen, den Beratungsdiensten und der Notwendigkeit, die Täter anzuzeigen
  • Konzipierung und Verteilung von 3.000 Faltblättern und 1.500 Postern dazu.

Geschichte von Rosa:

Nach ihren Fortbildungen zum Thema Missbrauch und Gewalt haben die Gesundheitsberate-rinnen bei den von ihnen regelmäßig besuchten Familien bzw. meistens den Frauen auch dieses Thema angesprochen. Dabei haben sie auch darauf verwiesen, dass man solche Vorkommnisse nicht verschweigen, sondern die Probleme einer Lösung zuführen solle. Eine Frau brach daraufhin in Tränen aus und sagte: Meine Tochter Rosa ist über mehrere Jahre von einem Onkel missbraucht worden. Ich wusste lange Zeit gar nichts davon. Sie hat es mir vor kurzem gesagt, weil sie auch nicht mehr zu dem Onkel hingehen will. Eine Anzeige kommt für uns wahrscheinlich nicht in Frage, aber ich wäre dankbar, wenn man meiner Tochter helfen könnte, die sehr schüchtern ist und der es schwer fällt, darüber zu reden.

 Unser Ansatz in Peru 

  • Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen für die Aufklärung
  • Rückgriff auf bereits vorhandene Strukturen bzw. für andere Gesundheitsthemen Ausgebildete
  • Einsatz einer erfahrenen Psychologin für die Ausbildungen und einer renommierten Juristin für Frauenrechte für die Verdeutlichung der Rechtslage und die Mängel von deren Durchsetzung bei Polizei und Justiz
  • Informationen mit schriftlichen Info-Materialien, nachdem hier die meisten Menschen der Zielgruppe lesen können
  • Zusammenarbeit mit den gegebenen Institutionen, Diensten und Verbänden.

Näheres zu den konkreten Projekten in Peru ab 2008 hier.