Schulungen für Erwerbsmöglichkeiten und die Konservierung von Lebensmitteln

Zunächst wurden die Interessen und Möglichkeiten hinsichtlich Produktionen und Einkommensmög-  lichkeiten mit den meist analphabetischen Frauen der Dörfer abgeklärt. Diese kamen überwiegend aus landwirtschaftlich tätigen Familien und interessierten sich vor allem für eine Haltbarmachung von Obst und Gemüse, d. h. meistens Früchten ihrer Felder. Schwerpunkte waren das Trocknen, Rösten und Einmachen von Bohnen, den einheimischen, vitaminreichen Lapsi-Früchten, Erdnüssen, Kartoffeln und Gurken sowie die Herstellung von Tomatenketchup und Orangensaft. Außerdem interessierten sie sich       für das Häkeln von Gebrauchsgegenständen aus zerschnittenen Plastiktüten.

Durch die Haltbarmachung von Obst und Gemüse bleibt von den Ernten mehr für die Menschen verfüg-  bar, was ohne Konservierungen und Kühlmöglichkeiten verderben würde. Damit ist zugleich über längere Zeit eine gute Ernährung ohne zusätzliche Ausgaben und eine Ressourcenschonung möglich. Im Vorfeld des Projekts war auch an den Anbau von Biogemüse gedacht worden. Die Bauern haben aber gar kein Geld für Kunstdünger und Pestizide, so dass es sich automatisch um Biogemüse handelt. Mit der Verwer-   tung der gebrauchten Plastiktüten wird auch zur Müllvermeidung beigetragen.

Pomelo klein

Vorbereitungen für die Konservierung von Lebensmitteln: Frauen schälen Erdnüsse zum Rösten und Pomelos zur Herstellung von Marmelade.

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Plastik klein

Frauen häkeln verschiedene Gebrauchsgegenstände aus zerschnittenen Plastik­tüten. Einige Ergebnisse zeigt das untere Bild. (Fotos: Dr. Ilse-Dore Schütt)

In den Jahren 2010-2012 haben fast 1.640 Personen an diesen Kursen teilgenommen, darunter 4 % Männer. Ursprünglich waren die Kurse nur für Frauen gedacht. Da sich deren Interesse aber nur lang- sam  entwickelte, wurden zeitweilig auch daran interessierte Männer zugelassen. Durch die erworbenen Kenntnisse wurden die Lebensverhältnisse fast ebenso vieler Familien mit meistens drei oder mehr  Kindern verbessert.

Die meisten Frauen beschränken sich allerdings auf Produktionen für die eigene Familie, Verwandtschaft und vielleicht Nachbarn im Austausch gegen andere Produkte oder Hilfen in der Landwirtschaft. Höch-  stens ein Drittel produziert für einen gelegentlichen Verkauf auf Märkten oder in einem kleinen eigenen Laden. Einige mit einer längeren Schulbildung geben das erworbene Wissen gegen Bezahlung in ihren Dörfern weiter, davon eine sogar an schwerhörige Frauen, so dass diese auch die Möglichkeiten einer besseren Versorgung nutzen können.

Nepal 2011 - eine Frau verkauft u.a. Lapsi-Trockenfrüchte in ihrem Landen IMG_5250

Die Inhaberin eines kleinen Lebensmittelladens bietet die getrockneten Lapsi-Früchte lose auf der Theke an. (Foto: Dr. Ilse-Dore Schütt)