Nepal: Informationen über die Menschen- und Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen

Bei den Vorträgen über die Frauenrechte und die Illegalität von Gewalt an Frauen waren die Teilnehme- rinnen zunächst sehr zurückhaltend, nachdem es sich bei der Gewalt in den Familien bisher noch um ein Tabuthema handelt. Im Laufe der Zeit haben jedoch immer mehr Frauen ihre Fragen eingebracht. Auch wur­den sie auf entsprechende Beratungsmöglichkeiten in der Haupt­stadt verwiesen. Dabei ist jedoch ein großer Hemmfaktor, dass die Frauen zu Besuchen der Hauptstadt im Allgemeinen die Zustimmung des Mannes benötigen und einen entsprechenden Wunsch vielfach nicht einmal selbst äußern dürfen.

Nepal 2011 - Vortrag über Frauenrechte = Rep 2011 IMG_5115

Frauen erfahren bei einem Vortrag im Freien erstmals, dass auch sie Rechte haben und Gewalt gegen sie gesetzlich nicht zulässig ist. (Foto: Dr. Ilse-Dore Schütt)

 

Im Übrigen wurden einige Veranstaltungen über die Rechte der Kinder und diese zum Teil in Schulen durchgeführt. Dabei wurde herausgestellt, dass Mädchen die gleichen Rechte haben wie die Buben und bei Schulbesuch und Gesundheitsversorgung nicht benachteiligt werden dürfen. Dies ist insbesondere in den ärmeren Schichten und allgemein in den Dörfern noch häufig der Fall.

Bei den meisten dieser Veranstaltungen war die Teilnahme von Männern von vornherein erwünscht, weil sie – neben den Schwiegermüttern – meistens die Täter sind und das Entscheidungsrecht über jegliche Aktivitäten der Frauen außerhalb des Hauses haben. Ihr Anteil ist – ohne Berücksichtigung der Veranstal-  tungen in den Schulen – mit 20 % aber relativ gering geblieben. Insgesamt haben fast 900 Menschen an den Vorträgen und Gesprächskreisen teilgenommen.