Wie wir Lebenschancen in Nepal schaffen

Bau und Betrieb einer Frauengesundheitsstation

Bau und Betrieb eines Frauenbildungszentrums

Kooperation mit Spar- und Kreditselbsthilfegruppen

 Informationen zu den Problemen in Nepal und die Notwendigkeit der Maßnahmen finden Sie hier.

 

Bau und Betrieb einer Frauengesundheitsstation

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Tag der offenen Tür zur Einweihung der Frauengesundheitsstation in Nepal 2001.
500 Menschen waren gekommen.
(Fotos: Panna Tuladhar, PIN Nepal)

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Die Menschen in den Slums haben meistens viele Kinder, leben hier unter unglaublichen Verhältnissen, hatten aber gelegentlich wenigstens Basisgesundheitsdienste aus dem Projekt von Lebenschancen.

Die dort angebotenen Dienste sind wegen der Ausrichtung auf Maßnahmen der Frauengesundheit sowie den traditionellen Normen der Geschlechtertrennung in Nepal grundsätzlich für Frauen reserviert. Männer und Kinder sind aber für Notfallbehandlungen und Impfungen zugelassen, Männer auch für Beratungen zur Familienplanung.

Dienste, die  in unserer Gesundheitsstation angeboten werden:

  • Dienste der Allgemeinmedizin, Kleinchirurgie, Impfungen, Beratungen über Familienplanung und Abgabe von Basismedikamenten durch eine Krankenschwester und einen Gesundheitspädagogen
  • Dienste der Gynäkologie, Schwangerenvorsorgeuntersuchungen, Mutter-Kind-Nachgeburtsbetreuung durch eine Frauenärztin
  • Abgabe von Kondomen, der „Pille“ und der Dreimonatsspritze zur Verhütung, Beratungen zur Sterilisierung und Hinweise auf durchführende Einrichtungen
  • Vorträge über Risikoschwangerschaften, ihre Vermeidbarkeit und die Ansteckungswege von HIV/Aids sowie Impfungen – in den ersten vier Jahren auch in umliegenden Dörfern und Slums der Hauptstadt
  • Vorträge über gesunde Ernährung

75-80 % der Nutzungen entfallen auf Frauen, der Rest etwa je zur Hälfte auf Männer und Kinder.


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Meena war die erste Frau, die die Möglichkeit von Schwangerenvorsorgeuntersuchungen in der Gesundheitsstation genutzt hat. Sie hat dann – wie es dort empfohlen wird – ein gesundes, erstes Kind in einer Entbindungsstation mit ausgebildetem Personal zur Welt gebracht. Sie hat sich so gefreut, dass sie nach einigen Wochen in die Station kam, um ihr Kind zu zeigen. Dabei hatte sie doppelten Grund zur Freude: Sie selbst und ihr Mann sind taubstumm, das Kind aber nicht. Sie wohnen bei den Eltern des Mannes, durch die das Kind auch sprechen lernen soll.

 

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Bau und Betrieb eines Frauenbildungszentrums

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Das fertige Gebäude mit der Frauengesundheitsstation im Erdgeschoss und dem Bildungszentrum im 1. Stock. (Fotos: Dr. Ilse-Dore Schütt)

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Frauen zeigen der deutschen Betreuerin des Projekts das Entfernen der Schalen von Früchten des einheimischen, vitaminreichen Lapsi-Baumes.

Eine größere Zahl von Patientinnen der Frauengesundheitsstation hat deren Leiterin, eine Biologin, gefragt, ob man nicht auch etwas zur Verbesserung ihrer Lebenssituation bzw. zur Schaffung von Erwerbs- möglichkeiten für sie tun könne. Die örtliche Trägerorganisation hat dann einen entsprechenden Projekt- vorschlag erarbeitet und wegen der Finanzierung bei Lebenschancen International angefragt. Mit einer Ko-Finanzierung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten die folgenden Maßnahmen durchgeführt werden, wobei außer dem Projektstandort auch zehn umliegende Dörfer einbezogen wurden:

  • Erweiterung der Gesundheitsstation um ein Frauenbildungszentrum
  • Seminare über ein breites Spektrum von Gesundheitsthemen von der häuslichen Krankenpflege bis zu Brustkrebs und der Organisation einer Müllentsorgung
  • Seminare über Menschen-, Frauen- und Kinderrechte einschließlich der Unzulässigkeit von Gewalt an Frauen und Beratungsmöglichkeiten dazu
  • Kurse zur Haltbarmachung von Obst und Gemüse, damit diese auch außerhalb der Ernten zur Verfügung stehen und bei genügender Produktion verkauft werden können
  • Kurse zum Häkeln von Gebrauchsgegenständen aus zerschnittenen Plastiktüten
  • Alphabetisierungskurse, was nach einem Jahr von der Distriktverwaltung übernommen wurde
  • Bereitstellung des großen Raumes für sechswöchige Ganztagsausbildungen und Übernachtungen von Menschen aus entlegenen Dörfern (ehemalige Maoisten-Rebellenorte) zu Schneider/innen und Bau-Elektriker/innen (Finanzierung und Organisation: GIZ, staatliche deutsche Entwicklungshilfe)

 

Kooperation mit Spar- und Kreditselbsthilfegruppen

Ursprünglich war geplant, zur Erleichterung von wirtschaftlichen Aktivitäten der Frauen im Rahmen des Projekts Spar- und Kreditgruppen aufzubauen. Es dauerte aber länger, bis das Projekt beginnen konn- te, und die Frauen hatten in der Zwischenzeit eigenständig solche Selbsthilfegruppen gegründet. Die Maßnahmen für etwaige Erwerbsmöglichkeiten bzw. insbesondere die Haltbarmachung von Obst und Gemüse wurden aber in Absprache mit diesen Frauen entwickelt. Die meisten haben sich allerdings auf entsprechende Produktionen für die eigene Familie, Verwandte und Nachbarn beschränkt, zum Teil im Tauschhandel, nachdem ein Vertrieb über Händler nicht funktioniert hat.

Unser Ansatz in Nepal:

  • Orientierung an dem, was die Menschen vor Ort für vordringlich halten und was – z.B. von analphabetischen Frauen mit Gemüsefeldern – machbar ist.
  • Einsatz von qualifiziertem einheimischem Personal, auch wenn dies aus der Hauptstadt kommen muss.

Näheres zu den konkreten Projekten in Nepal ab 2000 hier.