Paraguay (1993-1996) 2015-06-04T19:48:57+00:00

Paraguay (1993-1996)

Ausbau gynäkologischer Dienste sowie Informationsmaßnahmen über gynäkologische Probleme, die Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen in der Provinz San Pedro Norte  (mittleres Paraguay, 60.000 Einwohner)

Eine Familie mit ihren 11 Kindern – einige sind unterernährt (Foto: Evi-Kornelia Gruber)

Eine Familie mit ihren 11 Kindern – einige sind unterernährt (Foto: Evi-Kornelia Gruber)

  • Beratungsdienste für Familienplanung und Zugang zu den Mitteln etabliert
  • Radio-Informationsprogramm zu den Problemen und ihrer Vermeidbarkeit, über Impferfordernisse und gesunde Ernährung von „Mutter und Kind“
  • 60 Gesundheitshelferinnen und 190 traditionelle Hebammen zu den Problemen und ihrer Vermeidbarkeit fortgebildet, auch über Risikogeburten und Neugeborenenfürsorge
  • Vorträge und Gesprächskreise zu den Themen in den Dörfern:
    Etwa 16.000 Personen oder Paare über Risikoschwangerschaften und Empfängnisverhütung informiert
  • Dienste für gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und Gebärmutterhalsabstriche ausgebaut: Nutzung durch etwa 7.000 Frauen im letzten Projektjahr; Bei Erstuntersuchungen hatten 70 % der Frauen Gebärmutterhalsentzündungen (begünstigen Entstehung von Krebs), später nur noch 10 %.
Gesundheitsinformationen in einem der Projektdörfer (Fotos: Georg Birbaumer)

Gesundheitsinformationen in einem der Projektdörfer (Foto: Georg Birbaumer)

Das Projekt wurde parallel zu einem Projekt der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe zur Förderung der Landwirtschaft und von Einkommen für Frauen durchgeführt, war also ein Teil einer vielseitigen Entwicklungsförderung. Zu den Wirkungen hieß es schon im ersten Zwischenbericht: «Das Radioprogramm hat in hohem Maße dazu beigetragen, das Schweigen, die Desinformation und mit den Vorurteilen oder Tabus zu brechen».

Das Projekt als Test für ein Programm der Regierung von Paraguay

Nachdem die Maßnahmen seitens der Bevölkerung so viel Zuspruch erhalten hatten, wurde das Projekt vom staatlichen Gesundheitswesen von Paraguay fortgeführt und durch die Anstellung von zwei weiteren Gynäkologinnen erweitert. Außerdem hat der Ort mit seinen etwa 20.000 Einwohnern als erster nach der Hauptstadt Asuncion ein Labor für Untersuchungen von Gebärmutterhalsabstrichen erhalten.

Nachdem das Interesse an der Familienplanung an den Projektorten so groß war und befürchtete Widerstände seitens klerikaler Kreise ausblieben, hat die Regierung von Paraguay 1998 ein landesweites Programm zur Förderung der Familienplanung eingeführt und dazu Unterstützung seitens der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe erhalten