Hilfe durch ein Jugendgesundheitszentrum
und Aufklärungsmaßnahmen

Angesichts der starken Schambarrieren zwischen den Generationen – innerhalb und außerhalb der Familien – bleibt in Burkina Faso für eine Aufklärung der Jugendlichen nur der Weg von  Erstinformatio- nen durch gleichaltrige «Aufklärer/innen». Dazu werden Jugendliche, die gute kommunikative Fähig-  keiten haben und für ein Engagement zur Vermeidung der genannten Probleme aufgeschlossen sind, entsprechend ausgebildet und dann für ein Honorar zu Vorträgen und Gesprächen in Schulen, an Jugendtreffpunkten und in ihrem persönlichen Umfeld eingesetzt. Grundkonzeption ist dabei eine «verantwortliche Sexualität» und «verantwortliche Elternschaft».

Aus einer in Burkina Faso entwickelten Aufklärungsbroschüre zum Thema: Liebe und Sexualität

BF Aus Aufklärungsbroschüre - ein Vater verstößt seine schwangere Tochter   BF Aus Aufklärungsbroschüre - ein junger Mann leugnet die Vaterschaft bei seiner schwangeren Freundin

Linkes Bild: Ein Vater verstößt seine schwangere Tochter, um «die Ehre der Familie» zu bewahren.                Rechtes Bild: Ein junger Mann leugnet die Verantwortung für die Schwangerschaft seiner Freundin.

Das von Lebenschancen International – mit einem beträchtlichen Zuschuß des “Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung” (BMZ) und eines Beitrags des örtlichen Trägers – finanzierte Jugendgesundheitszentrum in Koupéla konnte im Oktober 1999 seine Dienste aufnehmen. Darin wurde eine Hebamme für gynäkologische Untersuchungen, Basisgesundheitsdienste und Beratungen von jungen Frauen angestellt sowie ein Sozialpädagoge für Informationsmaßnahmen und Beratungen junger Männer.

Sodann wurden 13 Jugendliche zu Aufklärer/innen für Gleichaltrige ausgebildet und während der Projekt- laufzeit an verschiedenen Stellen eingesetzt. Über diese Aufklärer/innen und in dem Zentrum sind auch Kondome erhältlich und über die Beraterin sonstige Verhütungsmittel und Basismedikamente.

Durch diese Aktivitäten wurden in nur 18 Monaten über 21.000 Jugendliche erreicht. Die Aktivitäten werden bis heute fortgeführt, aber überwiegend seitens der „International Planned Parenthood Fede-  ration“ (IPPF) in London und ansonsten vom burkinischen staatlichen Gesundheitswesen finanziert.

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Zwei Mitglieder von “Lebenschancen” beim Besuch des Jugendgesundheitszentrums zusammen mit dem Personal (rechts), einigen Jugendaufklärer/innen (in Weiß) und Teilnehmern an einem Gesprächskreis (Foto: Agnes Schmidt)