Zur Mütter- und Kindersterblichkeit
infolge von Risikoschwangerschaften

Zur Müttersterblichkeit

Zur Zeit der Gründung von Lebenschancen International 1991/92 starben in den Entwicklungsländern in jedem Jahr ca. 500.000 Frauen im Zusammenhang mit – unter den dortigen Bedingungen – riskanten und oft auch ungewollten Geburten oder illegalen Schwangerschaftsabbrüchen mit gefährlichen Methoden.      Es handelte sich überwiegend um Geburten von sehr jungen oder älteren Frauen (unter 19- und über 34-Jährigen), Frauen mit mehr als vier Geburten oder mit Geburten im Abstand von weniger als zwei Jahren.

Durch diese Todesfälle verloren damals in jedem Jahr ca. 2 Millionen Kinder die Mutter. Die Kinder werden dann von einer Stiefmutter oder Verwandten übernommen, die meistens nicht davon begeistert sind, neben den eigenen noch zusätzliche Kinder versorgen zu müssen. Vielfach müssen diese Kinder früh ihren eigenen Lebensunterhalt erarbeiten oder landen gleich “auf der Straße”. Ein Großteil all dieses Leids könnte jedoch durch Informationen über die genannten Risikoschwangerschaften und deren Vermeidung mittels Empfängnisverhütung verhindert  werden.

Inzwischen konnte die Zahl dieser Todesfälle von Frauen bei Geburten oder infolge illegaler Schwanger- schaftsabbrüche durch entsprechende Informationen und Fortschritte beim  Ausbau des Gesundheits-  wesens auf jährlich ca. 290.000 verringert werden. Sie ist damit aber immer noch sehr hoch und die Ursache von verbreiteter Mutterverwaisung und viel Leid, vor allem für die betroffenen Kinder. 99 % der weltweiten Müttersterblichkeit entfällt auf Frauen in der Dritten Welt, insbesondere in Subsahara-Afrika und Südasien. Es gibt dort daher noch viel zu tun …

Head-photo - 2 junge Mütter mit ihren Erstgeborenen - von SILD über Settele

Zwei junge Mütter mit ihren Neugeborenen und der Hebamme in Togo. Sie hatten das Glück, an einem größeren Ort zu wohnen, wo es eine Entbindungs- station mit qualifiziertem Personal gibt. Etwa 40 % der Frauen in Togo haben diese Möglichkeit aber noch immer nicht. (Foto: Stephanie Settele)

Zur Kindersterblichkeit

Stirbt die Mutter bei der Geburt, stirbt meistens auch das Kind, wenn keine Amme verfügbar ist. Auch sterben Kinder bei schwierigen Geburten außerhalb von Krankenhäusern vor allem von jungen Müttern, selbst wenn diese überleben. Und es sterben Kinder von Müttern, die die Neugeborenen nach der Geburt wegen eigener Belastungen nicht richtig versorgen können oder die untergewichtig zur Welt kommen, was vor allem bei sehr jungen und älteren Müttern verbreitet ist.

Die Weltgesundheitsstation hat um 1990 ermittelt, dass die Kindersterblichkeit je nach Land um 25-40 % gesenkt werden könnte, wenn die genannten alters- und geburtenspezifischen Risikogeburten vermieden werden könnten, also alle Geburten von unter 19-Jährigen und über 34-Jährigen sowie alle von Frauen, die schon vier Geburten hatten oder die erst vor weniger als zwei Jahren ein Kind bekommen haben.

Mit Ihrer Spende an Lebenschancen International können Sie helfen, solches Leid zu vermeiden. Von den Projekten von Lebenschancen tragen insbesondere diejenigen in Togo und Nepal zur Minderung der Mütter- und Kindersterblichkeit bei.