Entwicklung von Kindersterblichkeit und Geburtenzahl 1990-2015 nach Entwicklungsregionen 2017-12-13T19:35:20+00:00

Entwicklung von Kindersterblichkeit und Geburtenzahl 1990-2015 nach Entwicklungsregionen

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Graphiken nach Google-Data, dort nach Daten der Weltbank.
Sonstige Daten dieser Seite aus UN: World Population Prospects, The 2015 Revision.

*) Demographisch handelt es sich um die Gesamtfruchtbarkeitsrate, einen perspektivischen Wert. Die jetzt 49-jährigen Frauen haben noch um 5-20 % höhere Geburtenzahlen.
Werte in Deutschland 2015 zum Vergleich:
Lebendgeburten pro Frau 1,5; Kindersterblichkeit: 0,4 % sterben vor dem 5. Geburtstag.

Wie die Graphik zeigt, haben die Frauen der jüngeren Generation in den Ländern Ostasiens und des Pazifiks schon seit 1997 im Durchschnitt nur noch 1,8 Lebendgeburten. In den Ländern Lateinamerikas und der Karibik sind es neuerdings nur noch 1,9 und damit etwas weniger, als langfristig für einen Erhalt der Bevölkerungszahlen erforderlich ist.

Weil in diesen Ländern in den kommenden Jahren noch sehr geburtenstarke Jahrgänge ins fortpflan- zungsfähige Alter kommen, werden die Bevölkerungszahlen dort aber weiter wachsen und sich in noch absehbarer Zeit verdoppeln, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald noch weiter sinkt. In den Ländern Lateinamerikas und der Karibik wird dies ggf. in ca. 58 Jahren der Fall sein und in den Ländern Ostasiens und des Pazifiks in ca. 100 Jahren. Wenn diese Länder die Nahrungsmittelproduktion und die Wasserver- sorgung entsprechend erhöhen können, werden sie das geringe Bevölkerungswachstum wirtschaftlich gut verkraften können. Andernfalls würde sich die Versorgungslage jedoch verschlechtern. Ein leichtes Bevölkerungswachstum könnte bei günstiger Ausgangslange sogar das Wirtschaftswachstum fördern.

Die übrigen Regionen sind jedoch in einer weitaus ungünstigeren Situation. In Südasien hatten die Frauen zuletzt durchschnittlich noch 2,5 Lebendgeburten, im Nahen Osten und Nordafrika noch 2,9, in Subsahara-Afrika aber noch 4,9. Dies beinhaltet unter den gegebenen Sterberaten ein Bevölkerungs- wachstum von 1,4 % und 1,9 % bzw. in Subsahara-Afrika 2,7 % pro Jahr. Die Bevölkerung wird sich daher – vorbehaltlich von Katastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen – in Südasien in 49 Jahren verdoppeln, wenn die Geburtenzahl nicht bald stärker abnimmt, in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas ggf. in 36 Jahren und in Subsahara-Afrika in nur 26 Jahren, d.h. innerhalb einer Generation.

Wenn der Lebensstandard der Mehrheit der Menschen in diesen Regionen bald erheblich verbessert werden soll, muss die Wirtschaft pro Jahr mindestens doppelt so stark wachsen wie die Bevölkerung, d. h. in den jeweiligen Regionen um mindestens 2,8, 3,8 und 5,4 %. Mehrere Länder schaffen vor allem die beiden ersteren Werte. Die 5,4 % für Subsahara-Afrika schaffen dort aber nur wenige.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es innerhalb der Regionen noch große Unterschiede zwischen den Ländern gibt – mit Bevölkerungswachstumsraten von unter 1 % pro Jahr in Ostasien und Ozeanien bis zu solchen mit ca. 3 %, vornehmlich in Subsahara-Afrika.