Zum „Teufelskreis der Armut“ in den Familien mit vielen Kindern 2017-12-12T18:19:36+00:00

Zum „Teufelskreis der Armut“
in den Familien mit vielen Kindern

Mit einem nur kurzen Schulbesuch der Kinder gibt es einen „Teufelskreis“ der Fortsetzung der Armut, vor allem wenn die Felder bereits für die gegebene Familie kaum ausreichend Nahrung hergeben und sich die nächste Generation das Land noch teilen muss. „Mit dem fünften Kind begannen bei uns Armut und Hunger“, sagen manche Landwirte – und die Kinder müssen dann irgendwo arbeiten und können die Schule nicht abschließen. Mit nur einem oder zwei Kindern weniger hätten viele Familien – in der aktuellen Generation – noch ein Auskommen oder zumindest genug zu essen, und die drei oder Kinder könnten die Schule wenigstens bis zur achten Klasse besuchen.

Entweder haben die Menschen nicht rechtzeitig etwas von Familienplanung gehört, oder es gibt die Mittel nicht. Manchmal gibt es auch Gerüchte, dass eine Verhütung zu schweren Gesundheitsschäden oder zur Unfruchtbarkeit der Frauen führe, oder die Menschen sind aus anderen Gründen dagegen.

In Togo haben noch viele Menschen eigenes Land. Es reicht aber oft gerade noch so für die Ernährung einer Familie mit zahlreichen Kindern. Und es reicht dann nicht mehr, wenn es keinen Mann mehr gibt, der schwere Feldarbeiten verrichten kann oder weil der Landbesitz beim Tod des Mannes mindestens zum großen Teil an dessen Herkunftsfamilie gegangen ist oder unter zahlreichen Brüdern aufgeteilt werden musste. Die sehr Armen in den Dörfern sind oft Witwen mit noch mehreren Kindern, oder der Mann ist  – wie auf dem Foto – nicht mehr arbeitsfähig.

La famille EHO Kety devant leur colis tout en souriant

Eine sehr arme Familie in Togo: Der Mann ist krank und kann nicht mehr arbeiten. Die Frau (im Hintergrund) bearbeitet alleine das Feld. Dieses gibt aber nicht mehr genügend her für die siebenköpfige Familie. Manchmal erhalten sie Essen von Nachbarn.
Hier freuen sich alle über das Geschenk einer Spenderin von Lebenschancen: Mit einem Huhn, einem Sack Reis und einer Flasche Öl hatten sie – mit Gemüse ihres Feldes – an Weihnachten ein „Festessen“ und einige Tage danach noch immer genug.(Foto: SILD, Togo)