Folgen für die angestrebte wirtschaftliche Entwicklung 

Die Ausbreitung von HIV/Aids, die vielen Toten in jüngerem Alter, die infizierten Kinder und Aidswaisen sind nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern für viele Entwicklungsländer – vor allem in Subsahara-Afrika – auch eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe. Der größte Teil der Infizierten stirbt im Alter der besten Schaffenskraft, und der Unterhalt für die Waisenkinder muss dann von anderen erwirtschaftet werden. Außerdem sind die Bewohner der Städte besonders betroffen, d. h. überwiegend Menschen, die bereits eine Schulbildung gehabt haben und viele, die auch eine Ausbildung in Berufen hatten, die von grundlegender Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind wie Lehrer/innen und Gesundheitspersonal. Die besonders betroffenen Länder im südlichen Afrika wurden dadurch über Jahre in ihrer Entwicklung zurückgeworfen.

Auch hätte man die Milliarden von Euro oder US-$, die nun für die Aufklärung über HIV/Aids, die HIV-Tests und die Behandlung von Aidskranken ausgegeben werden, ohne die Krankheit für mehr Familienpla- nungsdienste und den Ausbau des allgemeinen Gesundheits- und Bildungswesens verwenden können. Allein 2013 waren es 19 Milliarden US $ und in den 10 vorhergehenden Jahren insgesamt 119 Milliarden $. In den Entwicklungsländern wird jeweils etwa die Hälfte der Ausgaben aus eigenen Mitteln finanziert. (Quelle UNAIDS)

Kinder in Togo begrüßen eine deutsche Besucherin: Etwa  3 % der unter 15-jährigen sind Aidswaisen und wachsen in Heimen auf oder bei der weiteren Verwandtschaft, wo sie aber meistens früh für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. (Foto: Klara Hauß)

Kinder in Togo begrüßen eine deutsche Besucherin: Etwa 3 % der unter 15-jährigen sind Aidswaisen und wachsen in Heimen auf oder bei der weiteren Verwandtschaft, wo sie aber meistens früh für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. (Foto: Klara Hauß)