Fehlendes Wissen über eine Infizierung

In den Entwicklungsländern wissen viele werdende Mütter – ebenso wie große Teile der sonstigen In- fizierten – nicht, dass sie den Virus in sich tragen. Wissen können sie das nur, falls sie schon mal eine Gesundheitsstation aufgesucht und dort eine Blutuntersuchung gehabt haben oder wenn sie HIV-Tests     im Rahmen von Kampagnen gemacht haben.

Vor allem auf dem Land suchen die Menschen aber nur bei schweren Gesundheitsproblemen eine Gesundheitsstation auf, und viele werden noch immer nicht durch Test-Kampagnen erreicht. Auch entbinden in vielen Ländern, insbesondere in Subsahara-Afrika, größere Teile der Frauen bis hin zu beträchtlichen Mehrheiten ihre Kinder zu Hause, ohne jemals eine Gesundheitsstation mit Blutunter- suchungen aufgesucht zu haben. Auch machen viele den Test nicht, weil sie befürchten, dass sie infiziert sind und dieses Ergebnis bekannt werden könnte und sie dann aus Familie und Gemeinde ausgeschlossen werden.

Außerdem gibt es vor allem in ländlichen Regionen vieler Entwicklungsländer weithin keine Medikamente zur Vermeidung einer Übertragung von HIV-Infektionen von der Mutter auf das Kind.

Blutentnahme für einen HIV-Test im Rahmen eines Projekts von Lebenschancen in Togo – weitab von jeglicher Gesundheitsstation (Foto: SILD, Togo)

Blutentnahme für einen HIV-Test im Rahmen eines Projekts von Lebenschancen in Togo – weitab von jeglicher Gesundheitsstation (Foto: SILD, Togo)