Die Probleme von HIV/Aids in den Entwicklungsländern

Verbreitung und gesundheitliche Probleme in den Entwicklungsländern
Anteile der HIV-Infizierten in den Ländern der Welt
Folgen für die angestrebte wirtschaftliche Entwicklung  
Wege zur Lösung und Maßnahmen von Lebenschancen International

 

Verbreitung und gesundheitliche Probleme in den Entwicklungsländern

Anders als in Westeuropa breitet sich die Krankheit in den Entwicklungsländern vornehmlich durch hetero- sexuellen Geschlechtsverkehr in der allgemeinen Bevölkerung aus. Hintergrund davon ist, dass die jun- gen Männer ihre ersten Sexualkontakte vielfach mit Prostituierten haben und dies oft ungeschützt und dass es – vor allem in Subsahara-Afrika – eine starke Promiskuität gibt, aber die meisten Menschen nur selten Blutuntersuchungen auf HIV haben und die Betroffenen daher nichts von ihrer Infizierung wissen. Sie geben den Virus dann unwissend an Freundinnen und Ehefrauen weiter. Damit erfolgt etwa die Hälfte aller Ansteckungen bereits vor dem 25. Lebensjahr, und in den Ländern Subsahara-Afrika sind mindestens 55 % der infizierten Erwachsenen Frauen.

Sofern die Infizierten keine Behandlung mit lebensverlängernden Medikamenten erhalten, haben sie im günstigen Falle noch etwa 12 Jahre zu leben. Viele sterben also in der «Blüte ihres Lebens» und Zeit der besten Schaffenskraft und hinterlassen ihre Kinder als Waisen, oft als auch Infizierte.

Eine Mutter von drei Kindern im Endstadium von AIDS in einer Gesundheitsstation von Togo. Sie hat wenigstens medizinische Versorgung, was die meisten Sterbenden in Togo dann nicht haben. (Foto: SILD, Togo)

Eine Mutter von drei Kindern im Endstadium von AIDS in einer Gesundheitsstation von Togo. Sie hat wenigstens medizinische Versorgung, was die meisten Sterbenden in Togo dann nicht haben. (Foto: SILD, Togo)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwa ein Drittel der Kinder von infizierten Frauen erhalten die Krankheit über die Mutter. Zwar ist dieser Übertragungsweg weitgehend mittels Medikamenten vermeidbar. Entsprechende Behandlungen setzen jedoch voraus, dass die Infizierung der Schwangeren bekannt ist und dass die Betroffenen Zugang zu den Medikamenten haben. Näheres zum fehlenden Wissen über eine Infizierung hier.

Mit einem großen finanziellen und personellen Aufwand wurde erreicht, dass die Zahl der Neu-Infektio- nen in den meisten Ländern – auch im besonders betroffenen Subsahara-Afrika – von Jahr zu Jahr ab- nimmt. Aber weltweit gab es 2013 noch immer 2,1 Millionen Neu-Infizierte (nach 3,4 Millionen im Jahr 2001). Davon waren 240.000 Kinder. Die Zahl der insgesamt Infizierten, die noch leben, ist damit von 2001 bis 2013 von 30 auf 35 Millionen Betroffene gestiegen. Weltweit haben nur etwa 38 % der Infizierten eine Behandlung mit lebensverlängernden Medikamenten, von den Kindern sogar nur 24 % und in den Ent- wicklungsländern meistens noch weniger. (Daten von unaids.org)

Neu-Infektionen seit 2001