Die Probleme in Peru

In Peru ist vieles bereits besser als in den übrigen Projektländern von Lebenschancen International. Die Geburtenzahlen und das Bevölkerungswachstum sind hier bereits seit vielen Jahren erheblich niedriger. Umgekehrt betragen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen – gemessen an den Kaufkraftparitä-  ten zum US-$ – mindestens das Vierfache der Einkommen in den Ländern Burkina Faso, Togo und Nepal. Sie betragen aber erst ein Viertel der Einkommen in Deutschland, und es gibt große Unterschiede im Lebensstandard zwischen den Städten und Dörfern sowie zwischen Stadtvierteln.

Entsprechendes gilt für das Ausmaß an Unterernährung. Während in Peru 2011 noch 11 % der Menschen als unterernährt galten, waren es in den übrigen Projektländern 17-26 %. Noch größer waren die Unter-  schiede im Anteil der Unterernährten bei den unter 5-jährigen Kindern. In Peru waren noch 5 % dieser Kinder unterernährt und dies vornehmlich in armen Dörfern der Anden; in Togo, Burkina Faso und Nepal waren es dagegen 16-29 %.

Straße im ersten Armenviertel der Aktivitäten in der Großstadt Trujillo. Im Vordergrund eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken auf Kundschaft für Imbisse aus ihrer kleinen Garküche hofft. (Foto: NRO Micaela Bastidas)

Straße im ersten Armenviertel der Aktivitäten in der Großstadt Trujillo. Im Vordergrund eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken auf Kundschaft für Imbisse aus ihrer kleinen Garküche hofft. (Foto: NRO Micaela Bastidas)

2012 lebten in Peru 30,1 Millionen Menschen. 30 % sind unter 15 Jahre alt. Für die jüngere Generation wird mit durchschnittlich 2,6 Lebendgeburten pro Frau bis zum 49. Lebensjahr gerechnet. Auf dem Land sind es aber noch mindestens drei. Etwa 36 % der Mädchen haben bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind und das überwiegend ungewollt und unehelich. Die Bevölkerung wächst jährlich um 1,5 %. Dies ist schon weitaus weniger als das Wachstum in allen Flächenstaaten Subsahara-Afrikas, die nicht schwer von der Aids-Epidemie betroffen sind. Da in Peru in den nächsten zwei Jahrzehnten aber noch relativ starke Jahrgänge ins fortpflanzungsfähige Alter kommen, wird sich die Bevölkerungszahl in ca. 47 Jahren ver-  doppeln, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald stärker abnimmt.

Die Müttersterblichkeit liegt in Peru bei 0,7 Todesfällen der Mutter auf 1.000 Lebendgeburten. Das ist nur noch ein gutes Viertel des Anteils der Todesfälle in Burkina Faso und Togo, aber noch zehnmal soviel wie in Deutschland.

Etwa 0,6 % bzw. 0,2 % der männlichen und weiblichen Bevölkerung im Alter von 15-49 Jahren sind HIV- infiziert und dabei insgesamt über 75.000 Personen. Pro Jahr sterben etwa 4.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit, viele davon in jüngerem oder mittlerem Alter. Daten über die Zahl der Aids-  waisen werden für Peru nicht gegeben.  (Datenquellen: UNAIDS, UNFPA, UNICEF, WHO)

Trotz der insgesamt besseren wirtschaftlichen Situation und der geringeren Geburtenzahlen und Müttersterblichkeit gibt es in Peru noch einen hohen Bedarf an Maßnahmen der Aufklärung zur Vermeidung früher und ungewollter Schwangerschaften wie auch von solchen gegen Gewalt an Frauen. (Näheres zur verbreiteten Gewalt an Frauen in Peru hier.)

Näheres zu den Projekten von Lebenschancen International zur Lösung der Probleme in Peru  hier.