Die Probleme in Nepal

In Nepal wird das Land an den Berghängen bereits bestmöglich durch mühsamen, kleinräumigen Terrassenanbau landwirtschaftlich genutzt (s. Hintergrund links) – und viele Mädchen müssen früh beim Ziegenhüten u. a. helfen. Trotzdem ist Nepal schon seit Jahren vom Import von Nahrungsmitteln abhängig. (Foto: Dr. Gudrun Eger-Harsch)

In Nepal wird das Land an den Berghängen bereits bestmöglich durch mühsamen, kleinräumigen Terrassenanbau landwirtschaftlich genutzt (s. Hintergrund links) – und viele Mädchen müssen früh beim Ziegenhüten u. a. helfen. Trotzdem ist Nepal schon seit Jahren vom Import von Nahrungsmitteln abhängig. (Foto: Dr. Gudrun Eger-Harsch)

2012 lebten in Nepal 31 Millionen Menschen. 36 % sind unter 15 Jahre alt. Nepal gehört zu den 25 ärm-  sten Ländern der Welt und ist das zweitärmste Projektland von Lebenschancen International. Ca. 18 % der Menschen waren 2011 unterernährt, von den Kindern unter fünf Jahren allein aber 29 %.

Für die jüngere Generation wird nun mit durchschnittlich 2,6 Lebendgeburten pro Frau bis zum 49. Lebensjahr gerechnet, nachdem es 1995-2000 noch 4,5 waren. Auf dem Land haben die Frauen im Durch- schnitt aber noch mindestens drei Lebendgeburten und in den Städten entsprechend weniger. Etwa 41 % der Mädchen haben bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind – im Allgemeinen ehelich nach einer frühen Verheiratung durch die Eltern. Die Bevölkerung wächst nun jährlich noch um 1,7 %. Wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald weiter abnimmt, wird sich die Bevölkerungszahl in 40 Jahren verdop-  peln.

Als Lebenschancen 1999 – zusammen mit einer nepalesischen Trägerorganisation – mit den Überlegungen zu einem ersten Projekt begann, wurde für Nepal mit 15 Todesfällen der Frau pro 1.000 Lebendgeburten eine der weltweit höchsten Müttersterblichkeiten angegeben. Der Wert, der in Ländern mit weithin nur auf Krankenhäuser beschränkten Todesursachenfeststellung wie Nepal grundsätzlich nur per Schätzung und/oder Stichprobenerhebung ermittelt werden kann, wurde später aber auf ca. fünf Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten revidiert. Das war immer noch einer der höchsten in Asien.

Der zunächst angegebene, sehr hohe Wert war Anlass für viele Hilfsmaßnahmen zum Ausbau des Gesund- heitswesens in Nepal, insbesondere seitens der staatlichen Entwicklungshilfen, unter anderem aber auch für das Projekt von Lebenschancen International. Für 2010 werden noch 1,7 Todesfälle der Mutter pro 1.000 Lebendgeburten geschätzt, also nur noch ca. ein Drittel des korrigierten Wertes von 1999. Dies ist für elf Jahre eine beachtliche Verbesserung. Das sind pro 1.000 Lebendgeburten aber immer noch 24-mal so viele Todesfälle der Mutter wie in Deutschland.

Es wird geschätzt, dass etwa 0,5 % bzw. 0,3 % der männlichen und weiblichen Bevölkerung im Alter von 15-49 Jahren sowie 4.000 Kinder unter 15 Jahren HIV-infiziert sind. Pro Jahr sterben etwa 4.100 Menschen an der Immunschwächekrankheit, viele davon in frühem oder mittlerem Alter. Über die Zahl der Aids-Waisen werden  für Nepal keine Angaben gemacht.
(Datenquellen: UN – Population Division,  UNAIDS, UNFPA, UNICEF, WHO)

Näheres zu den Projekten von Lebenschancen International zur Lösung der Probleme in Nepal hier.