Die Probleme in Burkina Faso

2012 lebten in Burkina Faso 17,5 Millionen Menschen. 45 % sind unter 15 Jahre alt. Das Land gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Ca. ein Viertel aller Menschen und dabei auch der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt.

Für die jüngere Generation wird mit durchschnittlich 5,9 Lebendgeburten pro Frau bis zum 49. Lebensjahr gerechnet, dabei auf dem Land noch mit ca. 7 und in den Städten noch 4 bis 5. Etwa 65 % der Mädchen haben bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind. Burkina Faso gehört damit weltweit zu den sechs Ländern mit dem höchsten Bevölkerungswachstum von mehr als 3 % pro Jahr. Wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald stärker abnimmt, wird sich die Einwohnerzahl in nur 23 Jahren verdoppeln.

Die Situation von Burkina Faso ist auch dadurch schwierig, dass ein großer Teil des Landes – ohne künst-  liche Bewässerung – nicht landwirtschaftlich nutzbar ist, das Land aber auch nicht über nennenswerte Bodenschätze verfügt, die einen Ausgleich bieten könnten.

Foto aus der Region des Projekts zur Überwindung der Mädchenbeschneidung. Drei Monate vor der nächsten Regenzeit wächst auf dem Boden schon nichts mehr, und viele Bäume haben kaum noch Blätter. (Foto: D. Grünholz)

Foto aus der Region des Projekts zur Überwindung der Mädchenbeschneidung. Drei Monate vor der nächsten Regenzeit wächst auf dem Boden schon nichts mehr, und viele Bäume haben kaum noch Blätter. (Foto: D. Grünholz)

Die Müttersterblichkeit konnte in den vergangenen 25 Jahren zwar halbiert werden,  ist aber immer noch sehr hoch: Auf 1.000 Lebendgeburten kommt der Tod von drei Frauen. Von den Todesfällen von Frauen im Alter von 15-49 Jahren sind 16 % die Folge von Komplikationen bei Geburten.

Etwa 1 % bzw. 1,5 % der männlichen und weiblichen Bevölkerung im Alter von 15-49 Jahren sind HIV-infiziert, außerdem 23.000 Kinder unter 15 Jahren. In jedem Jahr sterben derzeit ca. 7.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit, viele davon in jüngerem oder mittlerem Alter. Schließlich gibt es 130.000 Aids-Waisen unter 17 Jahren. Es gibt zwar einiges an Informationsmaßnahmen über die Ansteckungswege und Krankheit in den Medien, aber noch immer werden – insbesondere in den Dörfern – viele Menschen nicht davon erreicht, wenn es nicht besondere Projekte wie die von Lebenschancen gibt.
(Datenquellen: UN – Population Division, UNAIDS, UNFPA, UNICEF, WHO)

Die Beschneidung oder – deutlicher – Genitalverstümmelung von Mädchen ohne Narkose mit ihren oft gravierenden Folgen wie Traumatisierung, Schmerzen, auch beim Geschlechtsverkehr, schweren Gebur-  ten und manchmal auch Tod durch Verbluten ist in Burkina Faso seit 1996 gesetzlich verboten. Sie wird, insbesondere in ländlichen Gegenden, aber noch häufig durchgeführt mit der Begründung, dass die Tradition dies verlange.

Näheres zu den Projekten von Lebenschancen International zur Lösung der Probleme in Burkina Faso finden Sie hier.