Minderung der Mütter- und Kindersterblichkeit 2018-03-11T15:04:31+00:00

Ziele von Lebenschancen International

Hauptziel von Lebenschancen International ist es, Maßnahmen zur Familienplanung bzw. Verhinderung ungewollter und riskanter Schwangerschaften in Entwicklungsländern zu finanzieren. Daneben fördert die Organisation auch sonstige Maßnahmen zur Erhaltung der reproduktiven Gesundheit von Frauen,  insbesondere die Einrichtung von gynäkologischen Diensten und Schwangerenbetreuung, wenn dort auch Beratungen über Familienplanung angeboten werden.
Aktuelle Projektländer sind Burkina Faso, Togo, Peru und Nepal.

Die Probleme

Zur hohen Müttersterblichkeit

In jedem Jahr sterben weltweit ca. 300.000 Frauen im Zusammenhang mit Komplikationen von Schwangerschaft und Geburt. Davon entfallen 99 % auf Entwicklungsländer. Bei den Todesfällen handelt es sich zu etwa einem Viertel um Erstgebärende unter 20 Jahren und ansonsten vornehmlich um Frauen, die schon mehrere Kinder haben. Es wird geschätzt, dass durch diese Todesfälle in jedem Jahr ca. 700.000 Kinder die Mutter verlieren.

Etwa 32.000 Todesfälle davon sind in jedem Jahr die Folge von Schwangerschaftsabbrüchen in Entwicklungsländern. Diese sind in den meisten dieser Länder illegal, aber dennoch verbreitet, und werden vielfach von Laien mit gefährlichen Methoden und ohne hygienische Vorkehrungen durchgeführt.

Diese Todesfälle könnten annähernd alle vermieden werden, wenn die Menschen überall korrekte Informationen über Möglichkeiten der Verhütung und Zugang zu den Mitteln hätten und etwaige Vorbehalte des Mannes oder der Religion ausgeräumt werden könnten. Mit einer Realisierung davon könnten zudem bis zu zwei Drittel der übrigen jährlich ca. 270.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt zu relativ geringen Kosten vermieden werden. Näheres dazu hier.

Zur Frühsterblichkeit von Kindern

Zwei junge Mütter mit ihren Neugeborenen und der Hebamme in Togo. Sie hatten das Glück, in einer Stadt zu wohnen, wo es Entbindungsstationen mit qualifiziertem Personal gibt. Etwa 40 % der Frauen in Togo haben diese Möglichkeit aber nicht.
(Foto: Stephanie Settele)

Stirbt die Mutter, stirbt auch vielfach das Kind, sei es schon während der Geburt oder weil es keine Amme zum Stillen und keine Heime für Neugeborene gibt. Oder es stirbt nur das Kind, z. B. bei jugendlichen Erstgebärenden, deren Becken noch nicht hinreichend ausgewachsen ist. Viele Kinder sterben auch, weil sie als Geburt einer 13-, 14- oder 15-jährigen Mutter oder als 7., 8. oder 9. Kind einer älteren Mutter untergewichtig zur Welt gekommen sind, keinen richtigen Saugreflex haben oder bei ersten Infektionserkrankungen nicht genügend Abwehrkräfte.

In den stark von HIV/Aids betroffenen Ländern sterben auch viele Kinder früh an den Folgen dieses Virus, weil die Infektion nicht bekannt ist oder nicht rechtzeitig Gegenmittel verabreicht werden.

Wie Lebenschancen International bei der Minderung
der Mütter- und Kindersterblichkeit hilft

In allen Projekten von Lebenschancen wird über die Möglichkeiten informiert, riskante oder ungewollte Schwangerschaften mittels Verhütung zu vermeiden, zum Teil auch über das Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit. Dies erfolgt über entsprechende Gesundheitseinrichtungen oder Schulen bzw. durch Vorträge, Gesprächskreise, schriftliche Materialien und manchmal auch Rundfunksendungen.

Lebenschancen hat in Benin, Burkina Faso, Nepal und Paraguay je eine Jugend- oder Frauengesundheitsstation in einer ländlichen Region gebaut und in Togo vier solche Einrichtungen. Diese bieten  entsprechende Beratungsdienste und die jeweils gängigen Verhütungsmittel, d.h. Kondome, die Pille und die Dreimonatsspritze. In Togo und Peru gibt es auch Beratungen außerhalb solcher Einrichtungen.

Schwangere und Mütter von Säuglingen bei einem Vortrag über Risikoschwangerschaften und die Notwendigkeit von HIV-Tests, um eine Infizierung der Kinder mit dem Virus zu vermeiden. Hier: Freigelände vor einem der „Jugendgesundheitszentren“
(Foto: SILD, Togo)

Einweihung der Frauengesundheitsstation in Nepal. 500 Menschen, ganz überwiegend Frauen waren gekommen, um sich die Räumlichkeiten und ihre Ausstattung anzusehen. Zur Zeit der Einweihung 2001 war es weit und breit die einzige Einrichtung mit Diensten einer Gynäkologin und Beratungen über Familienplanung. (Foto: P. Tuladhar, PIN, Nepal)

Die Frauen- und die allgemeinen Gesundheitsstationen in Benin, Nepal und Togo bieten außerdem Schwangerenvor- und -nachsorge sowie gynäkologische Dienste. Zwei Einrichtungen in Togo bieten auch Geburtshilfe, davon eine durch eine Hebamme, die für Risikogeburten qualifiziert ist.

Zur Minderung von Mütter- und Kindersterblichkeit tragen auch unsere Informationsmaßnahmen zur Vermeidung von Ansteckungen mit HIV/Aids bei. Näheres dazu hier.

Falls Sie mit Ihrer Spende solche Maßnahmen unterstützen wollen, schreiben Sie bei der Überweisung unter „Zweck“ bitte MüSt für Müttersterblichkeit oder HIV(-Prävention). Jetzt spenden.